Projekt: Neue Schank-Terminals

Seit jeher bin ich schon ziemlich Technik-affin. Sonst hätte ich wahrscheinlich damals kein Internet-Cafe aufgemacht. Ich liebe die Maschinchen :)

Mittlerweile sind wir eine reine Bar. Und 2013 haben wir auf ein elektronisches Kassensystem umgestellt. Nun sind unsere Schank-Terminals ein wenig in die Jahre gekommen. Was von der Hardware eigentlich kein Problem wäre, aber da Samsung sich entschieden hat, keine Updates mehr für die alten Galaxy Tabletts zu bringen, hakt es mittlerweile hier und da an der Software. Android 4.0 ist einfach überhaupt nicht mehr Zeitgemäß. Damit so etwas in Zukunft nicht mehr passiert, bauen wir uns unsere Terminals jetzt einfach selbst und vertrauen dabei auf Linux als Betriebssystem. Das macht uns unabhängig von den Launen der Anbieter…

Das Schönste an Dikas, unserem Kassensystem, ist, dass es unglaublich flexibel auf beinahe jeder Hardware läuft. Also konnten wir einige Dinge ausprobieren, bevor wir uns auf ein endgültiges Design festgelegt haben.

Ziel der Übung ist, den Rechner getrennt vom Bildschirm tauschen zu können. Was bei einem Tablett ja nicht geht, da beide Teile zusammen verbaut sind. Also entschieden wir uns für eine Lösung, bei der wir einen günstigen Einplatinen-Computer nehmen, den wir dann nach einiger Zeit gegen den nächsten tauschen können. Die Bildschirme, das teuerste an der Installation, bleiben uns dabei erhalten. Das spart Ressourcen.

Eigentlich wollte ich Intel NUCs als Basis für die neuen Systeme. Aber der Preis von den Dingern hat mich dann abgeschreckt. Außerdem brauche ich keine so leistungsfähige Hardware. Vom Entwickler von Dikas wurden mir die neuen „Orange Pi 2 Plus“ wärmstens ans Herz gelegt. Die waren aber – und sind es Stand Heute immer noch – total ausverkauft. Ich wollte Minimum eine Platine mit 2 GB RAM und einer vier-Kern CPU. Da blieb nur noch der „Odroid XU4“ übrig. Der kostet mit guten 100 Euro zwar doppelt so viel wie der Orange Pi. Bei einer geplanten Laufzeit von vier Jahren relativiert sich der Preis aber deutlich. Und der Exynos, der im Odroid verbaut ist, ist sogar ein acht-Kerner ;)

Bildschirm… Leider gibt es keinen vernünftigen Touch-Schirm zwischen 14 und 18 Zoll. Unter 10 Zoll und über 22 Zoll – jede Menge. Dazwischen? Fehlanzeige! Ein paar ELO Schirme, die monströs überteuert sind, dafür aber eine Auflösung aus der Computer-Steinzeit bieten. Und irgendwelche chinesischen Modelle, die aber allesamt furchtbare Bewertungen bei Amazon kassiert haben. Einen 19 Zoll Schirm von Asus hab ich ausprobiert, der funktionierte aber aufgrund einer obskuren Zwischen-Auflösung (1440 x 900) nicht mit dem Odroid. Und den Touch konnten wir auch nicht zum Laufen bekommen. Da blieb mir nur ein Touchscreen von HannsG übrig, der aber 23 Zoll hat. Und das ist schon sehr groß – fast zu groß – für den Einsatz an der Theke. Aber… Naja… Was soll’s :)

Und so haben wir das System erst mal auf meinem Schreibtisch „trockenschwimmen“ lassen, bevor es dann auf den Test-Platz an der Spüle verbaut wurde. Nach ein paar Tagen im Test-Einsatz konnte ich es wagen, das Terminal an seinem Bestimmungsort zu montieren. Es rennt einwandfrei, schnell und angenehm.

Ich liebe das Maschinchen :)

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.